Abmahngefahr: Google Shopping-Anzeigen nicht rechtskonform

25. August 2014 | Kommentieren

Google Shopping-Anzeigen erhöhen durch die Darstellung eines Produktbildes die Klickrate im Suchergebnis. Nun entschied das LG Hamburg aber, dass das beliebte Werbeformat nicht rechtskonform ist - wegen eines fehlenden Hinweises auf den Versand.

Abmahngefahr: Google Shopping-Anzeigen nicht rechtskonform

Bei Google ganz oben zu stehen ist mittlerweile meist gleichbedeutend mit dem Schalten von AdWords. Denn Googles Werbeanzeigen werden oberhalb des organischen Suchergebnisses ausgegeben. Noch mehr Aufmerksamkeit als reine Textanzeigen erzeugen dabei die sogenannten Shopping-Anzeigen. Sie basieren auf dem im Google Merchant Center hinterlegten Produktdatenfeed und geben Produktbild, Preis und Händler aus.

Der Vorteil: Ein Nutzer sieht das konkrete Produkt bereits direkt im Suchergebnis, was die Aufmerksamkeit weckt und Klick- sowie Konversionsrate erhöht. Gleichzeitig sind die Klickpreise im Vergleich zu anderen Anzeigenformaten häufig niedriger. Durch Google Shopping-Anzeigen kann man die Textanzeigen also sinnvoll ergänzen, um noch mehr Präsenz zu schaffen.

Verstoß gegen die Preisangabenverordnung

Seit einigen Wochen nun wird die Freude über die erst kürzlich optimierten Shopping-Anzeigen und ihre verkaufsfördernde Wirkung getrübt. Denn das LG Hamburg hat in seinem Urteil vom 13.06.2014 entschieden, dass deren Ausgestaltung nicht rechtskonform ist, da die Versandkosten der Produkte nicht unmittelbar dargestellt werden. Damit verstoßen Shopbetreiber gegen die Preisangabenverordnung und das Wettbewerbsrecht und können abgemahnt werden.

Auch die Erwähnung der Versandkosten im Mouseover-Tooltip reicht nicht aus, denn dieser erscheint in der mobilen Darstellung gar nicht und in der Desktop-Variante nur über dem Produktbild. Zudem hat das OLG Frankfurt die Aufklärung mittels Mouseover schon seit längerer Zeit für unzulässig erklärt.

Wie geht es für Shopbetreiber weiter?

Es liegt nun an Google, die Darstellung der Shopping-Anzeigen nachzubessern. Das Unternehmen "entwickelt derzeit Lösungen [...] die auch den erhöhten Anforderungen, die das LG Hamburg in seinem Urteil vom Juni aufgestellt hat, entsprechen", so die Antwort auf die Nachfrage von rechtsfokus.de. Unklar ist auch, wie hoch das Abmahnrisiko bei Produkten ist, die versandkostenfrei verschickt werden. Zwar ist die Ausgestaltung der Anzeige dabei nach wie vor falsch, die Kosten ändern sich jedoch nicht mehr.

Letztendlich muss jeder Shopbetreiber das Risiko einer Abmahnung und den Nutzen durch die Google Shopping-Anzeigen gegeneinander abwägen und selbst entscheiden, ob er auf die Schaltung vorerst verzichten möchte.


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