Zahlungspflichtig bestellen: Button-Lösung für Onlineshops

21. Juni 2012 | Kommentieren

Bestellen Sie noch oder kaufen Sie schon? Am 1. August kommt die Button-Lösung für Onlineshops. Dabei muss der Bestell-Button so umbenannt werden, dass dem Nutzer klar wird, dass aus seiner Bestellung eine Zahlungsverpflichtung resultiert. Doch damit nicht genug, weitere Anpassungen an der Bestellseite sind nötig - andernfalls drohen Abmahnungen.

Die Beschriftung des Bestell-Buttons muss dem Nutzer unmissverständlich klar machen, dass er mit Klick auf selbigen eine finanzielle Verpflichtung eingeht, der Erwerb des Produkts oder der Dienstleistung für ihn also mit Kosten verbunden ist. Als Schutz vor unseriösen Abo-Fallen und Internet-Abzocke durchaus sinnvoll, beim Einkauf in bekannten Onlineshops dagegen etwas befremdlich: Ist es denn wirklich missverständlich, dass die neuen Schuhe oder die neue DVD nur gegen Geld erworben werden können?

Differenziert wird hier nicht, zukünftig dürfen alle Bestell-Buttons im Online-Geschäftsverkehr nicht mehr „Weiter“, „Absenden“, „Bestellen“ oder „Anmelden“ heißen. Vielmehr wird der Nutzer mit Buttons mit der Aufschrift Zahlungspflichtig bestellen konfrontiert. Aber kann diese Formulierung nicht wiederum das Missverständnis wecken, die Transaktion selbst sei mit Kosten zusätzlich zum Produktpreis verbunden? Wenn ja, kann es zu Warenkorbabbrüchen kommen. Die ebenfalls erlaubte Formulierung Kaufen ist deshalb eher zu empfehlen, denn hierbei besteht weniger Verwirrungspotenzial. Doch nicht nur der Button selbst, auch die Bestellseite muss bis August überarbeitet werden.

Aufbau und Reihenfolge der Bestellseite

Im Zuge der Informationspflicht müssen Shopbetreiber Angaben zum Produkt bzw. zur Dienstleistung, zum Gesamtpreis, zu Versandkosten sowie zur Mindestvertragslaufzeit oberhalb des Bestell-Buttons platzieren. Damit ist der Aufbau vieler Onlineshops ab August nicht mehr rechtsgültig, in denen bislang mit zwei Bestell-Buttons gearbeitet wurde - oben und unten auf der Website. Rechtsanwälte empfehlen folgenden Aufbau:

  • Angaben zu Liefer- und Rechnungsadresse sowie gewählter Zahlungsart
  • Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
  • Hinweis auf das Widerrufsrecht inkl. Link zur Widerrufsbelehrung
  • Hinweis auf wesentliche Produktmerkmale wie Produktbild und -bezeichnung
  • Preis und Versandkosten
  • Button „Zahlungspflichtig bestellen“ unmittelbar darunter.

Alle diese Informationen dürfen nicht räumlich getrennt platziert werden. Welche Produktmerkmale dabei die „wesentlichen“ sind, ist noch nicht eindeutig geklärt. Umfangreiche Informationen wie auf der Produktdetailseite können unter Umständen verwirren, ob ein reiner Teaser bzw. Link zur Detailseite dagegen genügen, ist noch unklar.

Generell bleibt abzuwarten, ob und in welcher Form es tatsächlich zu Abmahnungen bei Nicht-Einhalten der neuen Button-Lösung sowie den Anpassungen auf der Bestellseite kommt.


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