Firefox 42: Werbetreibende - Dont' Panic

29. Oktober 2015 | Kommentieren

Anfang November wird eine neue Firefox-Version veröffentlicht, die einen umfassenden Tracking-Schutz im privaten Modus bietet. Dienste von Dritten, die das Nutzerverhalten durch das Web verfolgen, werden blockiert. Was bedeutet das für Unternehmen?

Firefox 42: Werbetreibende - Dont' Panic

Kein anderer Browser schützt mehr vor Tracking durch Drittanbieter als der neue Firefox 42. Es wird verhindert, dass Werbeplattformen, Analyse-Dienste oder soziale Netzwerke das Benutzerverhalten und die Interetaktivitäten verfolgen. Dazu muss der Nutzer lediglich eine Website in einem privaten Fenster öffnen. Ein Schild-Symbol zeigt an, wann der Schutz aktiv ist.

Technisch wird dabei das Laden von Elementen verhindert, die das Tracken über verschiedene Websites hinweg ermöglichen. Die stille Datenerhebung soll dadurch unterbunden werden. Zwecks Abgleich arbeitet Firefox 42 dabei mit Black- und Whitelists. Ziel ist es, so viele Inhalte wie möglich zu blockieren, ohne den Nutzer einzuschränken oder die Performance zu beeinträchtigen. Damit reagiert Firefox auf die Erwartungen von Nutzern an das private Browsing.

Tracking-Schutz: Entwarnung für Unternehmen

Für den Anwender ist eine solche Neuerung natürlich eine gute Nachricht, für den Werbetreibenden dagegen eher ein Horrorszenario. Doch an dieser Stelle kann ein wenig Entwarnung gegeben werden: Firefox-Chefentwickler Mark Mayo geht zunächst von einem vernachlässigbaren Effekt aus. Denn der Tracking-Blocker greift wie bereits erwähnt nur im privaten Modus. Zwar gibt es für diesen keine verlässlichen Nutzerzahlen, es wird aber davon ausgegangen, dass er nur von ein bis zwei Prozent der Firefox-Nutzer eingesetzt wird.

Do Not Track und Firefox 42

Das sogenannte Do Not Track kann schon lange im Firefox sowie weiteren Browsern aktiviert werden. Es signalisiert der Website über ein HTTP-Header-Feld, dass der Nutzer keine Erfassung seines Surfverhaltens wünscht. Jedoch ist es Websites und Werbetreibenden freigestellt, ob sie dieser Bitte nachgehen. Werbenetzwerke, die Do Not Track befolgen, finden sich auf der Whitelist für Firefox 42 wieder. Google AdWords gehört jedoch nicht dazu.

Fazit

Der private Modus im Firefox 42 ist neben Do Not Track und Ad-Blockern eine weitere Möglichkeit für den Nutzer, die Dokumentation seiner Internetaktivitäten zu unterbinden. Da dessen Verbreitung aber noch gering ist, besteht derzeit kein Grund zu Panik. Wir werden die Auswirkungen aber natürlich weiter im Blick behalten. Das vollständige Interview mit Mark Mayo zu Firefox 42 kann auf heise.de nachgelesen werden.


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