Gründe für Abmahnungen im Online-Handel

08. Januar 2016 | Kommentieren

Jeder fünfte E-Commerce-Betreiber wurde in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens einmal abgemahnt. Das besagt eine Studie von Trusted Shops. Wir zeigen deshalb, welche Bereiche ihres Shops Online-Händler noch einmal gründlich checken sollten.

Gründe für Abmahnungen im Online-Handel

Wurde Ihr Onlineshop schon einmal abgemahnt? 207 der insgesamt 1.007 teilnehmenden Händler der Trusted Shops Studie Abmahnungen im Online-Handel 2015 mussten diese Frage mit Ja beantworten.

Widerrufsbelehrung und Markenrechte

Der häufigste Abmahngrund waren Fehler in Bezug auf das Widerrufsrecht (20 %). Denn obwohl ein gesetzliches Muster existiert, waren viele Belehrungen alt oder fehlerhaft. Platz zwei belegt die Verletzung von Markenrechten (18 %), beispielsweise in der Produktbeschreibung.

Preisangaben und Kennzeichnungsvorschriften

Falsche oder irreführende Preisangaben (15 %) waren die dritthäufigste Fehlerquelle. Meistens handelte es sich dabei um fehlende oder falsche Platzierungen von Grundpreisen bei Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung angeboten werden.

Die Kennzeichnungsvorschriften für spezielle Produkte (12 %) wie Energie, Textilien und Lebensmittel sind ebenfalls eine häufige Fehlerquelle. Oftmals wissen Online-Händler nämlich nicht, welche ihrer Produkte überhaupt kennzeichnungspflichtig sind.

Weitere Abmahngründe für Onlineshops

Auf Platz fünf der häufigsten Abmahngründe schließlich liegen Verletzungen des Urheberrechts (9 %), wie beispielsweise die Verwendung von Produktfotos ohne Erlaubnis. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die weniger verbreiteten Verstöße. Hier finden sich nämlich einige Punkte wieder, die eigentlich mittlerweile gängige Praxis sein sollten:

Die vollständige Studie mit allen Abmahngründen kann auf www.trustedshops.de (PDF, 191 KB) kostenlos heruntergeladen werden.

Existenzgefährdung durch Abmahnungen

Abmahnungen sind nicht nur lästig, sondern können für Onlineshops schnell existenzgefährdend werden. So kamen laut Trusted Shops auf 40 % der abgemahnten Händler Kosten in Höhe von mehr als 1.500 € zu. Rund jeder zweite Online-Händler (46 %) empfindet Abmahnungen als eine akute Existenzbedrohung - auch da es oft nicht bei einer bleibt.

Um dies zu verhindern, fordern E-Commerce-Betreiber vor allem folgende Dinge:

  • limitierte Anwaltskosten
  • einfachere Gesetze
  • Abmahnverbot für Mitbewerber
  • Bagatellgrenze

Die Studie zeigt außerdem, dass sich Widerstand gegen eine Abmahnung lohnen kann, denn nicht alle Verwarnungen sind rechtmäßig und begründet. Unkontrollierten Abmahnwahn gilt es daher einzudämmen, gleichzeitig schützen berechtigte Abmahnungen aber auch den Käufer.

Unser guter Vorsatz für Online-Händler lautet deshalb: Prüfen Sie Ihren Onlineshop noch einmal in Hinblick auf die oben genannten Kriterien!


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