Pixelio-Urteil: Aufregung um den Urhebervermerk

06. Februar 2014 | Kommentieren

Das LG Köln hat entschieden, dass Bilder der Fotoplattform Pixelio direkt in der Bilddatei mit einem Urhebervermerk versehen werden müssen. Eine Kennzeichnung auf der Artikelseite reicht nicht aus. Ist die Aufregung um das Urteil gerechtfertigt?

Pixelio-Urteil: Aufregung um den Urhebervermerk

Bislang war es üblich, die Urheberkennzeichnung unterhalb des betreffenden Bildes oder am Seitenende der Artikelseite zu platzieren. So sieht es auch Pixelio in seinem Lizenzvertrag vor:

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: "© Fotografenname / PIXELIO"

Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Diese Vorgehenseweise kann jetzt jedoch teuer werden, wie die Klientin von Niklas Plutte, Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtschutz, erfahren musste. Das Landgericht Köln gab dem klagenden Fotografen recht, der bemängelte, dass ein Urhebervermerk nur auf der Artikelseite, nicht aber auf der Artikelübersicht platziert war. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass hierbei ein abmahnbarer Verstoß gegen § 13 UrhG sowie die Pixelio-Lizenzbedingungen vorliegt. Der gleiche Verstoß trifft auch bei fehlender Urheberkennzeichnung nach Aufruf der Bild-URL zur - wie etwa über Rechtsklick > Grafik anzeigen.

Urhebervermerk direkt in der Bilddatei

Der Lösungsvorschlag besteht nun darin, den entsprechenden Urheberhinweis direkt in die Bilddatei einzuarbeiten. So ist dieser bei jeglicher Form der Bildintegration und des Aufrufs fest mit dem Bild verknüpft. Pixelio selbst distanzierte sich gegenüber dem Gericht jedoch von dieser Forderung und hält die Urheberangaben direkt im Bild nicht für notwendig.

Rechtanswalt Thomas Schenke merkte in diesem Zusammenhang an, dass viele Blog- und Website-Betreiber, die direkte Integration des Urhebervermerks in das Bild vielleicht sogar bewusst nicht gewählt hätten, da unklar sei, ob sie dem Bearbeitungsrecht der Pixelio-Bilder widerspricht. Im Lizenzvertrag heißt es:

Übertragen werden folgende Nutzungsarten [...] das eingeschränkte Bearbeitungsrecht, d.h. das Recht, das Bildmaterial unter Verwendung analoger, digitaler oder sonstiger Bildbearbeitungsmethoden wie folgt zu bearbeiten: Änderung der Bildgröße (Vergrößerung, Verkleinerung, Beschneidung), Umwandlung der Farbinformationen, Änderung der Farb-, Kontrast- und Helligkeitswerte. Das Recht zu anderweitigen Änderungen am Bildmaterial verbleibt beim Urheber.

Ist die Aufregung um das Urteil berechtigt?

Nein, sagen die Rechtanwälte der Kanzlei Dirks & Diercks aus Kiel. Vor allem, weil es keine Neurungen bringe, sondern vielmehr bestätige, was schon lange unstrittig ist: die Notwendigkeit der Urhebernennung bei einer Verwendung fremden Bildmaterials. Im Falle von pixelio.de stellt diese quasi die Bezahlung für die kostenlose Nutzung des Bildes dar. Zudem sei es durchaus berechtigt, die Integration des Urhebervermerks direkt im Bild als üblich anzusehen. Gleichwohl merken Dirks & Dierks an, dass durch die Entscheidung eines Landgerichts allein noch nicht absehbar sei, ob sich diese Rechtsprechung durchsetzen wird.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Zur Sicherheit sollten Sie in der Angelegenheit einen qualifizierten Rechtsanwalt konsultieren.


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