Tipps für das YouTube-Marketing von Unternehmen

19. Februar 2016 | Kommentieren

Die Video-Plattform hat Facebook als meistgenutztes soziales Netzwerk in Deutschland überholt. Höchste Zeit für Unternehmen, auf YouTube aktiv zu werden - sei es mit eigenen Videos oder Playlists, Werbeanzeigen oder mit Hilfe von Influencern.

Tipps für das YouTube-Marketing von Unternehmen

Zielgruppe und YouTube-Nutzung

Vor einiger Zeit war eine Schülerpraktikantin bei webworx zu Gast. Auf die Frage, wie sie denn Facebook nutze, antwortete sie, dass sie eigentlich viel häufiger auf YouTube unterwegs sei. Dieses Nutzungsverhalten spiegelt sich auch im Social Media-Atlas 2015/2016 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor wider.

Demnach besuchen 87 % der Social-Media-Nutzer Facebook. Absolut gesehen ist der Wert natürlich immer noch sehr hoch, jedoch der niedrigste Stand seit 2012. Mit 88 % konnte YouTube leicht zulegen und landete in der Umfrage zur Nutzung von sozialen Netzwerken erstmals auf Platz 1. Dabei handelt es sich um eine überwiegend passive Nutzung: Statt selbst Videos zu produzieren, werden diese angesehen. Von einer Facebook-Dämmerung zu sprechen, ist bei so einem Kopf-an-Kopf-Rennen vielleicht noch etwas verfrüht, die zunehmende Bedeutung von YouTube vor allem bei jüngeren Nutzern zeichnet sich jedoch ab.

Lässt man Zahlen sprechen, beeindrucken diese durchaus: Jede Minute werden 300 Stunden Videomaterial auf YouTube hochgeladen. Pro Tag werden fünf Milliarden Videos angesehen und jeden Monat 900 Millionen Unique Visitors auf der Plattform verzeichnet (Quelle: statisticbrain.com). Thematisch sind die Bereiche Beauty, Sport und Fitness sowie Gaming beliebt auf YouTube. Sogenannte Haul-Videos, in denen Nutzer ihre Einkäufe präsentieren, aber auch Produkttests und Tutorials bieten überdies interessante Werbemöglichkeiten für Marken.

YouTube-Kanal für Unternehmen erstellen

Wer als Marke auf YouTube aktiv sein möchte, benötigt einen eigenen Channel. Dieser muss einen aussagekräftigen Namen mit Wiedererkennungswert erhalten. Der Name sollte zudem in der individuellen Kanal-URL aufgegriffen werden. Wie in jedem sozialen Netzwerk spielt die optische Darstellung eine wichtige Rolle. Deshalb sollte auch auf YouTube ein ansprechendes Profil- und Hintergrundbild definiert werden.

Der Kanaltrailer wird auf der Startseite prominent dargestellt. Dort kann in einer kurzen Videobotschaft erklärt werden, worum es auf dem Channel geht und wer die Protagonisten sind. Alternativ kann dort auch ein besonders beliebtes Video platziert werden. Eine ausführliche schriftliche Kanalinfo hilft nicht nur den Besuchern bei der inhaltlichen Orientierung, sondern auch dem Suchalgorithmus. Ein Link zum Impressum darf schlussendlich natürlich nicht fehlen.

Eigene Videos vs. Playlists

Im Idealfall produzieren Unternehmen hochwertige eigene Videos mit Mehrwert für ihren Kanal. Diese sollten in verschiedene thematische Playlists aufgeteilt werden. Playlists können jedoch auch mit fremden Videoinhalten befüllt werden. So können dort beispielsweise Tests und Hauls der eigenen Produkte anderer YouTuber gesammelt werden.

Für Marken, die auf der Video-Plattform aktiv werden möchten, ist es also nicht zwingend notwendig, eigene Inhalte zu produzieren. Auch thematische Listen anderer Nutzer können einen Mehrwert für den Abonnenten schaffen.

Suchmaschinenoptimierung: YouTube-SEO

YouTube ist nach Google die zweigrößte Suchmaschine. Grund genug also, die Auffindbarkeit der eigenen Videos dort zu optimieren. Aber wie sind einige YouTuber so bekannt und reichweitenstark geworden? Indem sie Inhalte produziert haben, nach denen viel gesucht wird.

Entsprechende Suchphrasen und Keywords müssen sich dann im Dateinamen, im Videotitel und der -beschreibung wiederfinden. Ein ausführlicher Beschreibungstext liefert zudem nicht nur dem Besucher, sondern auch den Suchrobotern entsprechende Infos.

Ebenso wichtig ist die Verschlagwortung des Videos und die Zuordnung zu einer passenden Kategorie. Ein ansprechendes Thumbnail weckt das Interesse auf der Suchergebnisseite. Calls to Action, Anmerkungen und Links zu gezeigten Produkten können platziert werden. Mit YouTube Cards sind diese im Video zwar nicht mehr frei positionierbar, aber auch mobil verfügbar.

Faktoren wie Views und Frequenz, Interaktion (Shares, Likes und Dislikes) sowie Kommentare beeinflussen ebenfalls das YouTube-Ranking. Und selbstverständlich sollten die Videos nicht nur auf dem Channel, sondern auch auf der eigenen Website eingebunden werden.

Werbung auf YouTube schalten

Wer nicht mit eigenen Videos auf YouTube vertreten ist, kann dort trotzdem Werbung schalten. Über das Displaynetzwerk von Google AdWords lassen sich Text- und Bildanzeigen in Videos anderer Nutzer platzieren. Eigene Clips können beispielsweise vor, während oder nach Videoinhalten abgespielt oder in den Suchergebnissen eingeblendet werden. Mehr Tipps für AdWords-Anzeigen auf YouTube haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst.

Mit den sogenannten Shoppable True View Ads können Unternehmen nicht mehr nur in ihren eigenen Videos mit Bannern für die gezeigten Produkte werben, sondern auch in den Inhalten Dritter. So erreichen die Werbeanzeigen ein Höchstmaß an Relevanz für den Nutzer.

Influencer-Marketing auf YouTube

Zusätzlich zu Werbeanzeigen und einem eigenen Kanal gibt es für Unternehmen noch eine weitere Möglichkeit, auf YouTube präsent zu sein: Sie stellen anderen Nutzern Produkte zum Testen zur Verfügung oder werden in einem Haul-Video erwähnt. Das Thema Influencer- und Blogger-Relations ist dabei ein eigenes Thema für sich, das an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden soll. Wichtig ist jedoch, dass die Produkte zum Meinungsführer und dessen Zielgruppe passen und man diesen nicht als bloßen Werbekanal betrachtet.


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