Trend: Online-Shopping wird zu Mobile-Shopping

05. Juni 2014 | Kommentieren

BITKOM veröffentlicht die Trends im Online-Shopping 2014: Besonders auffällig ist der Anstieg der Mobile-Shopper mit dem Tablet und die steigende Anzahl der Online-Käufer ab 65 Jahren. Wir präsentieren Zahlen und geben Tipps für den Online-Handel.

Trend: Online-Shopping wird zu Mobile-Shopping

1.242 deutsche Internetnutzer ab 14 Jahren befragte Bitkom Research im Auftrag des BITKOM in einer repräsentativen Umfrage zu ihren Gewohnheiten beim Online-Shopping. Dabei zeigt sich: Die Tendenzen im E-Commerce sind weiter steigend. 94 % der Deutschen kaufen mittlerweile online ein, 2012 waren es noch 92 %. Auffallend gestiegen, von 79 % in 2012 auf 88 % in 2014, ist dabei der Anteil der Online-Käufer ab 65 Jahren.

Ein leichtes Wachstum von 25 % auf 27 % gab es auch im Bereich des Online-Shoppings mit Smartphone und Tablet. Die meisten Mobile-Shopper sind zwischen 14 und 29 Jahre alt, der Anteil bleibt im Vergleich zum Vorjahr hier fast konstant. Das größte Wachstum (+5 %) gab es bei der Altergruppe ab 65 Jahren, allerdings kaufen hier auch nur insgesamt 8 % mit mobilen Endgeräten ein.

Online-Shopping mit Tablet und Smartphone

BITKOM: Online-Shopping-Trend Tablet

Die signifikanteste Änderung gab es jedoch bei der Anzahl der Befragten, die ein Tablet zum Online-Shopping nutzen: Hier konnte sich der Wert von 7 % in 2012 auf 14 % in diesem Jahr verdoppeln. Gleichzeitig ging der Anteil der Smartphones leicht zurück. Entscheidend ist auch hier wieder das Kaufverhalten der über 65-Jährigen: Sie sind die einzige Altersgruppe, in der mehr über Tablets als über Smartphones gekauft wird.

Deutlich wird auch: Durch die mobilen Endgeräte wird der Einkauf ortsungebundener. Zwar bestellen die meisten immer noch von zu Hause aus (84 %), aber auch von unterwegs (48 %), im Nahverkehr (35 %), in Cafés und Restaurants (31 %), in Geschäften (26 %) und in Parks (18 %) werden Einkäufe mit dem Smartphone getätigt.

Trotz des Mobile-Trends darf aber nicht vergessen werden: Am häufigsten wird weiterhin am Laptop und Desktop online eingekauft. Smartphone und Tablet werden aber gern zur Kaufvorbereitung und zum Stöbern genutzt.

Kostenlose Retouren: Ja, bitte!

BITKOM: Online-Shopping-Trend kostenlose Retoure

74 % der Befragten haben schon Ware zurückgeschickt, die sie online geordert haben. Jeder Dritte bestellt sogar ganz ohne Kaufabsicht. Begünstigt wird diese Verhalten durch die Möglichkeit einer kostenlosen Warenrücksendung. Im Zuge der Änderungen im Widerrufsrecht 2014 ab Mitte Juni muss der Retourenversand unabhängig vom Warenwert jedoch nicht mehr kostenfrei angeboten werden. Entfällt die kostenlose Retoure, gaben viele der Befragten an, genauer hinzusehen, was und wo sie online bestellen. 29 % würden bei dem entsprechenden Händler sogar gar nicht mehr einkaufen.

3 Tipps für Online-Händler

  1. Man kann es nicht oft genug erwähnen und die Ergebnisse der BITKOM-Studie unterstreichen es noch einmal: Websites und Onlineshops sollten für die Darstellung und Kaufabwicklung auf Smartphones und vor allem Tablets optimiert werden. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, die mit ihren Produkten vor allem Digital Natives und technikaffine Nutzer ansprechen, sondern zieht sich durch alle Altersklassen.
  2. Mobile Endgeräte machen den E-Commerce ortsunabhängig. Online-Händler sollten ihre Zielgruppen also nicht allein online ansprechen. Auch Offline-Werbemaßnahmen, z.B. im ÖPNV, können zu Online-Einkäufen über Smartphones führen - Multi-Channel-Marketing ist das Stichwort. Voraussetzung hierfür ist natürlich wiederum die Mobiltauglichkeit des Onlineshops.
  3. Online-Händler, die planen ihre Retouren ab Juni nicht mehr für den Käufer kostenfrei abzuwickeln, müssen sich auf einen Rückgang der Bestellungen einstellen. Das muss sich bei Anbietern, die bislang eine sehr hohe Retourenquote und damit hohe Retourenkosten hatten, jedoch nicht zwingend negativ auswirken. Hilfreich ist es in jedem Fall, Transparenz für den Käufer zu schaffen und frühzeitig darüber zu informieren, warum man sich gegen die kostenlose Retoure entschieden hat. Das kann Akzeptanz schaffen, z.B. wenn klar wird, dass die Einnahmen für Verbesserungen an anderer Stelle investiert werden.

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